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Gruppenfoto nach dem Mittagessen am letzten Tag. Foto: zVg
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Viele Höhenmeter bewältigt: Traditionelle Drei-Tages-Velo-Tour des VMC Gansingen

(ib) Am Freitag, 5. Juli, pünktlich um 7 Uhr durfte Tourorganisator Emanuel Hüsler beim Gemeindehaus Gansingen 22 mehr oder weniger durchtrainierte Radsportler und vier Betreuer zur traditionellen Drei-Tages-Tour des VMC Gansingen begrüssen.

Routiniert wurde das Gepäck in den zwei Begleitfahrzeugen verstaut und schon startete man gemütlich in Richtung Innerschweiz. Endlich ein perfekter Tag bei warmen Temperaturen. Via Hallwiler-, Baldegger- und Sempachersee und dem Aufstieg nach Schwarzenberg durften die Radfahrer schliesslich in Obernau ein feines Mittagessen einnehmen. Die Sonne stieg höher und die Temperaturen kletterten immer weiter. Nun war auch beim VMC Gansingen Klettern angesagt. Der steile Anstieg zum Glaubenbielenpass an der prallen Sonne verlangte den Fahrern alles ab. Manch einer hätte wohl mit den Betreuern, welche hie und da im Hawai-Look am Strassenrand auftauchten, gerne getauscht. Ein knackiger Schlussaufstieg führte nach knapp 160 km und 3000 Höhenmetern ins Hotel Bergwelten Salwideli (Gemeinde Sörenberg). Achja, wer diesen Ort gerne einmal besuchen möchte: Die Abzweigung im Tal ist zwar gut beschriftet, kann aber nach einem harten Tag schon mal übersehen werden.

Die Strapazen vom Vortag zwar noch immer spürbar, aber hochmotiviert, wurde am frühen Samstagmorgen die Fahrt ins Tal unter die Räder genommen. Vom Entlebuch quer ins Emmental und via Riggisberg ins Fribourgerland. Wunderschöne, abgelegene Strassen, wenig Verkehr und vor allem, trotz anderer Wettervorhersage, bis zum Mittagshalt in Schwarzenburg nach wie vor trockene Strassen. Das wenige Wasser, dass sie dann nach dem Mittagshalt doch noch von oben und unten zu spüren bekamen, war bis zum Tagesziel in Neuenburg bereits wieder getrocknet. Tag zwei endete mit 150 km und 1500 Höhenmetern auf dem Tacho. Da am Abend ausserhalb des Hotels nach fein italienischer Art die Kohlenhydratspeicher gefüllt sein wollten, mussten die jüngsten Teilnehmer vor Abmarsch auf die gängigen Kleidervorschriften hingewiesen werden. Schliesslich muss Ordnung sein. Als dann jeder die richtige Hose trug, konnte man getrost zurücklehnen und der Schweizer-Nati zwischen Pizza und Bier beim tschüttelen zusehen. Das Ergebnis dürfte ja unterdessen hinlänglich bekannt sein. Für die Bewältigung dieses bitteren Fussballabends wurden dann je nach Befindlichkeit eigene Taktiken gewählt.

Nichtsdestotrotz konnte die Gruppe am Sonntagmorgen den Heimweg antreten. Flach startet die Etappe via Biel nach Grenchen zum Znünihalt. Kurz darauf trennte sich dann die Spreu vom Weizen, wie man so schön sagt. Während einige den direkten Weg nach Balsthal antraten, machten sich die Ambitionierten auf zum Weissenstein. Wer diese Passstrasse kennt, der weiss, dass solche Wege nicht unbedingt fürs Radfahren gemacht sind. Rampen bis zu 22 % Steigung führten zu sehr eigensinnigen Zick-Zack-Fahrten. Gott sei Dank herrscht ein allgemeines Sonntagsfahrverbot für motorisierten Verkehr, so dass die Radfahrer höchstens ihren eigenen Kollegen in die Quere kamen. Umso schneller kam den Radfahreren dann die Weiterfahrt bis zum Mittagshalt in Holderbank vor – mit Ausnahme des letzten Kilometers. Dieser führte nämlich auf einer steil ansteigenden Schotterstrasse ins gefühlte Niemandsland. Gerade als die letzte Hoffnung schwand, endete die Strasse bei der Bergwirtschaft Rinderweid, wo es ein urchiges Mittagessen gab.
Nur noch das obligate Gruppenfoto, ein bisschen Klebeband für defekte Schuhe, gefüllte Bidons und ab auf die letzten Kilometer. Einige «Wellen» später fanden sich die Gansinger beim gemütlichen Zusammensein in der Brauerei 3Bier in Gansingen/Büren zum Abschluss ein. Auch am letzten Tag kamen nochmals knappe 160 km und über 2000 Höhenmeter zusammen.
Auch wenn die Beine vielleicht noch ein paar Tage schmerzten, die Erinnerung an diese Tage und die schönen Erlebnisse untereinander, werden diese Anstrengungen bald einmal vergessen lassen. Die Radfahrer des VMC Gansingen bedankten sich bei Emanuel Hüsler für die perfekt organisierte Tour und den vier Betreuern für die perfekte materielle, kulinarische und psychologische Unterstützung.


Bild: Gruppenfoto nach dem Mittagessen am letzten Tag. Foto: zVg